Stadtgespräch Klimaschutz
Am 25. November 2010 fand im Rahmen der Kampagne „Strom sparen“ das dritte Stadtgespräch Klimaschutz statt. In der gemütlichen Atmosphäre des Grünen Salons in der Volksbühne diskutierten die Podiumsgäste darüber, wie Berliner Bürger und Unternehmen dazu beitragen können, dass Strom sparsam verbraucht und klimaverträglich erzeugt wird.
Erster Gast war der Energieberater des Berliner Energiechecks, Michael Pietzka. Er berät Geringverdiener, wie sie nicht nur Strom, sondern auch bares Geld sparen können. An den Ausführungen seiner Gesprächspartnerin Noara Kebir war er sehr interessiert. Als Geschäftsführerin des Unternehmens MicroEnergy International berät sie Banken und Finanzinstitutionen in Entwicklungsländern bei der Vergabe von Kleinkrediten für Solar-Home-Systems, z. B. zum Betreiben von Radios und Kochstellen. Warum es einen solchen Kredit nicht auch für geringverdienende Haushalte in Berlin gäbe? fragte Michael Pietzka in die Runde und betonte, dass sich viele seiner Kunden die sinnvolle Investition in einen energieeffizienten Kühlschrank nicht leisten können.
Die täglichen Herausforderungen von Andreas Boehlke hingegen sind ganz anderer Natur: Er ist für das Festival of Lights und die Beleuchtung vieler Berliner Weihnachtsmärkte zuständig. Als Lichtdesigner ist er ständig auf der Suche nach stromsparenden, aber auch festlich leuchtenden Lichtquellen. In der LED sieht er eine wichtige Zukunftstechnik. Aber einen gleichwertigen Ersatz für das klare Licht der Glühbirne hat er noch nicht gefunden.
Prof. Claudia Lüling, Architektin, springt Herrn Boehlke zur Seite. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich eingehend damit, wie Photovoltaikmodule ansprechend in den Häuserbau integriert werden können. Wenn sie durch die Straßen wandelt, sieht sie jede Menge Flächen, welche mit Photovoltaik belegt und damit für die Erzeugung von Strom genutzt werden könnten. Wenn man diese Flächen in Zukunft verstärkt nutzt, müsste man auf eine festliche Weihnachtsbeleuchtung nicht verzichten, davon ist sie überzeugt.
Auch Herr Dr. Hartmann setzt sich für die Verbreitung und Förderung von Solarenergie ein. Die Häuser der Zukunft beschreibt er als Plusenergiehäuser statt Nullenergiehäuser. Sie sind demnach selbst ein kleines Kraftwerk, das Energie in das Stromnetz einspeisen kann. Auf diesem Weg könnte eine dezentrale Energieversorgung, das heißt die Bereitstellung von Strom und Wärme aus vielen kleinen Anlagen, die sich in Verbrauchernähe befinden, sichergestellt werden.
Eine längere Zusammenfassung der Veranstaltung finden Sie hier (pdf).


